lichten, liken, lichten

Christiane Bergelt + Gudrun Sailer
24. Oktober- 24. November 2019


Vernissage: 24. Oktober 2019, 19 Uhr

Begrüßung:  Ilka Raupach, Vorstandsmitglied des BVBK e.V.
Worte: Gesine Storck, Künstlerin

Musik und Essbares:  Sa 26.10.2019, 15 Uhr
Sabine Vogel: Flöten, Field Recordings & Objekte

Finissage: So 24.11.2019, Führung mit den Künstlerinnen

Öffnungszeiten:
Mi – Fr 11-17 Uhr

Sa 26.10./ So 27.10. 12-16 Uhr
Sa 23.11./ So 24.11. 12-16 Uhr

Galerie M
Charlottenstraße 122, 14467 Potsdam

 

Fotos: Torsten Stapel

 

Was im Atelier oft selbstverständlich zueinander gerät, mitunter zur Vergewisserung dient, wird auf der Tafel zusammengebracht. Im ersten Versuch nachgestellt, um den Bereich des Tuns zu erreichen, der die Dinge ins stimmige Verhältnis bringt.

Nun steht er also da, der Tisch. Wir haben uns an ihm aufeinander zu, voneinander weg, nebeneinander her bewegt. Alles ist berührt, schon zuvor unzählige Male durch unsere Hände gegangen.
Hier oben ruhen üppige Massen neben leuchtendem Farbstaub. Artefakte erzählen von der unaufhörlichen Suche, von Behauptung und Konfrontation. Jedes Teil, wie in einer Art Wunderkammer zusammen-getragen, kommuniziert.

Genauer wissen und genauer fühlen. Alles fühlen und alles denken. Die Dinge sind’s nicht. Das Tun – ist es das? Miteinander reden, in der ganzen Raserei hier zu sein, Miteinander, wenn das gelingt…

Nicht gedacht und getan. Nicht gedacht und gesagt.
Wo ist denn da genau der Unterschied?
Und gleichzeitig  lenken sie uns, die Dinge mit ihren Reizen.

Drum herum säumen Papierarbeiten den Raum.

Fingerbeeren reiben Farbstaub ein.
Der summt auf dem Rücken hinter der Bläue.
Dahin wo das Feuer schon gewesen ist.
Lichten. Wir werden im Umbruch weniger dicht.
Das sanfte Tier häutet sich selbst.
Schiebt erst die Lippen, dann die Augen durchs Natternhemd.
Unter der Hülle kocht Erde. Wölbt sich rot und roh.

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Kein Gesetz haben. Das Hirn dicht am Nabel. Unumwunden ziehen und schieben.

Weiter unten, im Souterrain der Galerie, eröffnet der „Umbruch“ die muntere Gesellschaft der Individualisten. Wie auf einem Spielfeld zueinander gebracht, entfalten sie ihre Wesen.

Archetypen zwischen Figur und Gefäß, bewusst in der Kraft der weichen Verformung verfestigt und mit Farbe und Glanz differenziert. Sie bilden Gruppen und wollen doch jeder gehört werden. Der Trost runder Dinge neben der Härte des Aufbruchs. Weich gleitende Massen heiter gestaucht, dazu scharfe Kanten und Öffnungen. Eine Begegnung.

Den Gang entlang weiter, durch Farbe und Bild geleitet, bis hin zum immer schon Gelassenen, dem Ahnen. Davor die Hülle aus Erde und Hitze…

G. Sailer + C. Bergelt, Oktober 2019

3. September 2019