Ich mache das im Atelier oder auf einer Lichtung im Wald. Bereite mehrere Bögen vor, häufig falte ich die großen Papiere erst. Die Faltung rastert den Träger. Sie macht schwere Papiere handhabbar und leichte Papiere im großen Format stabiler.  Die Oberfläche wird mit mattem Dis-persionsbinder isoliert. Er bildet eine transparente Schicht zwischen der empfindlichen Trägeroberfläche und Ölfarbe.

Ein Teil des Farbauftrages findet am Boden statt.
Dabei bewege ich mich mit diversen Werkzeugen auf dem Grund und trage Farbe auf. Durch mein Gewicht werden die Papiere punktuell fest auf den Moosgrund gepresst.
Der Witterung entsprechend laufe ich barfuß auf trockenen oder nassen Gründen. Das Spektrum der Temperatur reicht von kaum begehbar heiß bis zur ziemlich kühlen Oberfläche.

Farbaufträge überlagern sich. Die Schichtungen geschehen über nicht vorhersehbar andauernde Zeiträume. Bilder die schon fertig waren, werden auch erneut zu Bildträgern.

Die Farbe wird in unterschiedlichen Geschwindigkeiten aufgetragen. Erst bewegungslos, dann flink wie sonnen-badende Eidechsen tauchen Figuren in Bildräumen
auf und ab.

Ich habe spezifische Vorstellungen davon, wie Farbe sich in meinen Bildern verhalten soll. Der Auftrag soll rau, präzise, intensiv, entbrannt, an den Grund angeschmiegt sein.
Farben sitzen oben auf, kommen ganz nah an den Rand des Bildes der weder links, rechts, unten oder oben ist.

Bis die Bilder zum Gegenüber an der Wand zu werden, bleiben sie auf dem Boden liegen.
Knapp am Bild vorbeischauen und kaum aktive Handlung am Bild beschreibt diese Zeiträume am ehesten.
Das Bild hängen lassen. Es lassen.

cb 2020